Die globale Siliziumindustrie tritt inmitten der Umstrukturierung der Lieferkette in eine kritische Umstrukturierungsphase ein.
Dynamik der Lieferkette: Exportverlagerungen und regionale Neuausrichtung
1. Industrielle Siliziumexporte erholen sich dank struktureller Veränderungen
●Chinas Juni Metall-SiliziumDie Exporte stiegen im Vergleich zum Vormonat um 22,77 % auf 68.322 Tonnen, wobei Indien Japan als größten Importeur ablöste (+82,72 % im Vergleich zum Vormonat). Diese Entwicklung spiegelt Indiens wachsende Produktionsbasis und wettbewerbsfähige Energiekosten wider.
●Japan konnte seine Importe aufgrund währungsbedingter Lagerstrategien stabil halten (+5,14 % im Vergleich zum Vormonat), während die europäischen Importe im September aufgrund von durch Dürre verursachten Produktionsausfällen in Brasilien um 13,71 % stiegen.
●Kritischer Trend: Die asiatischen Märkte (ohne Japan/Korea) nahmen 78,27 % der chinesischen Exporte im ersten Halbjahr 2024 auf, was die Auswirkungen von Handelsbarrieren auf den westlichen Märkten unterstreicht.
2. Diversifizierung der Lieferkette für polykristallines Silizium
●OCI Holdings (Korea) und Tokuyama (Japan) haben in Malaysia ein Joint Venture im Wert von 435 Millionen US-Dollar gegründet, um bis 2029 eine Anlage zur Herstellung von polykristallinem Silizium in Elektronikqualität mit einer Kapazität von 8.000 Tonnen zu errichten. Dieser Schritt zielt auf einen IRA-konformen Marktzugang in den USA ab und nutzt die logistischen Vorteile Südostasiens.
Technologiewandel: Die beschleunigte Entwicklung von Siliziumkarbid
Die Kapazitätserweiterung für 1,8-Zoll-Wafer intensiviert sich
● Weltweit führende Unternehmen treiben die Produktion von 8-Zoll-SiC voran:
●WolfspeedsDie 5 Milliarden Dollar teure Anlage in North Carolina (Betriebsbereit ab 2025) zielt darauf ab, die Substratproduktion um das Zehnfache zu steigern.
●STMicroelectronics-Sanan Das Joint Venture in Chongqing peilt bis 2025 eine Produktion von 10.000 Wafern pro Woche an.
●Silan Microelectronics initiierte Chinas erste 8-Zoll-SiC-Leistungshalbleiterlinie (Kapazität: 72.000 Wafer/Jahr).
●Kostensenkungen beschleunigen die Akzeptanz: Die Preise für 6-Zoll-SiC-Wafer fielen auf 400–450 US-Dollar, wodurch sich die Preisdifferenz zwischen SiC und IGBT auf das 1,5- bis 2-Fache verringerte.
2. Bahnbrechende Materialinnovationen
●Das indische Unternehmen SNAM Abrasives hat SiC mit einer Reinheit von 4N (99,99%) für Anwendungen in der Halbleiter- und Luft- und Raumfahrtindustrie kommerzialisiert, was auf einen verstärkten Wettbewerb um Qualität hindeutet.
Auswirkungen auf Politik und Markt
1. Chinas Politik der „internen Wettbewerbsbekämpfung“ verändert den Markt
●Die Futures für Industriesilizium und Polysilizium stiegen im Juli um 20 % bzw. 50 %, was die Guangzhou Futures Exchange veranlasste, Handelsbeschränkungen und höhere Margen einzuführen, um die Volatilität einzudämmen.
●Verpflichtende Regeln zur „kostenbasierten Preisgestaltung“ zwangen verlustbringende Polysiliziumproduzenten, die Preise anzuheben und beendeten damit einen 14-monatigen Zyklus unterhalb der Kosten.
2. Geopolitische Faktoren treiben die Verlagerung der Produktion voran.
● Aufgrund von Einfuhrbeschränkungen der USA und der EU wurden 56,13 % der chinesischen Siliziumexporte im September auf nicht-traditionelle Märkte wie die Vereinigten Arabischen Emirate, Thailand und Bahrain umgeleitet.
Zukunftsperspektiven
●Kurzfristig:Bei der Sitzung des chinesischen Photovoltaikverbandes am 25. Juli könnten Richtlinien zur Kapazitätskonsolidierung bekannt gegeben werden, was möglicherweise eine Neuausrichtung der Branche auslösen könnte.
●Zwischenbericht:Es drohen Risiken eines Überangebots an SiC-Wafern, da Chinas geplante Produktionskapazität für 2026 (4,6 Mio. Wafer) 30 Mio. Elektrofahrzeuge versorgen könnte – und damit die prognostizierte Nachfrage übersteigen würde.
●Strategischer Kurswechsel:Internationale Lieferanten priorisieren zunehmend Malaysia, Vietnam und Thailand für die zollbegünstigte Produktion und lösen sich so von der starken Abhängigkeit von China.
*Dieser Bericht integriert Daten von Zollbehörden, SEMI SMG und Unternehmensveröffentlichungen. Zukunftsgerichtete Aussagen spiegeln den Branchenkonsens mit Stand Juli 2025 wider.*














